Gesundheit & Reisen Vietnam

Lies hier alles über die wichtigsten Impfungen und weitere praktische Tipps für deine Reise.

Impfschutz, Infektionskrankheiten und Tipps für deine Reiseapotheke

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet gefordert, siehe www.who.int. Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfung wird Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus sowie Japanische Encephalitis empfohlen.

 

Infektionskrankheiten

 

Dengue

In den letzten Jahren ist das Dengue Fieber, besonders auch in städtischen Gebieten und während und nach den Regenzeiten, immer häufiger aufgetreten. Alle vier Dengue-Subtypen zirkulieren, die Häufigkeit nimmt vom Norden des Landes bis zum Mekong Delta zu. Dengue wird von der tagaktiven Mücke Stegomyia (Aedes) aegypti übertragen. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Konsequente Prävention (Schutz vor Mückenstichen, s. u.) ist die einzig mögliche Schutzmaßnahme.

Malaria
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica (durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Beim Auftreten von Fieber nach einem Vietnambesuch ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig. 
Malaria tritt in Vietnam regionsabhängig ganzjährig auf, ca. 80% der Fälle im Land werden durch die gefährlichere Form Plasmodium falciparum hervorgerufen, humane Infektionen mit Plasmodium knowlesii sind möglich. 

Ein mittleres Risiko (höher in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht vor allem im zentralen Hochland unterhalb von 1500 Metern und südlich des 18. Breitengrades (die Provinzen Kon Tum, Gia Lai, Dak Lak, Binh Phuoc, Dak Nong, sowie das Hinterland der Küstengebiete von Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam, Khanh Hoa); weniger ausgeprägt ist das Risiko im gesamten Süden mit dem Mekong-Delta und den nach Norden anschließenden Küstenregionen bis Nha Trang, im Norden nördlich und westlich von Hanoi (Grenzgebiete zu Yunnan/China und Laos), dort besonders in den Sommermonaten Mai-September.  

Geringes oder kein Risiko in der Umgebung von Ho-Chi-Minh-Stadt, in den Küstenregionen nördlich von Nha Trang einschließlich des Red River-Deltas mit dem Großraum Hanoi.

Stadtgebiete gelten als malariafrei.  
Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
  • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • ganztägig (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen. 

Durchfallerkrankungen und Cholera
Jährlich kommt es in Vietnam während und nach den Regenzeiten zu vermehrtem Auftreten von Durchfallerkrankungen. Die letzte Epidemie wurde nach der Regenzeit Ende 2008 verzeichnet. Bei entsprechender Behandlung und frühzeitiger Diagnose kann diese Erkrankung gut behandelt werden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Vermeiden von rohen Salaten und Gemüse sowie Trinkwasser aus den Leitungen. 

Japanische Enzephalitis
Die meisten Fälle dieser durch Moskitos übertragenen Virusinfektion des Gehirns treten im Süden während der Regen- und der frühen Trockenzeit und im Norden im Spätsommer und Herbst auf. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten sind Mückenschutz (siehe Malaria) und eine Impfung wirksame Prophylaxemaßnahmen. 

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelmäßig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, die mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden (durch Biss, dem Ablecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko für Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit für die Übertragung der Tollwut. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Vietnam nicht immer möglich. Einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung für Reisen nach Vietnam eine besondere Bedeutung zu.

Tuberkulose
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Vietnam. 

 

Medizinische Versorgung

 

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Sie ist oft technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Hanoi und HCMC gibt es jeweils ein franko-vietnamesisches Krankenhaus, das über einen etwas besseren Standard verfügt. Einige internationale Kliniken (Family Medical Practice, SOS International) sind oftmals erste Anlaufstellen für erkrankte Besucher bzw. Touristen.

Tipps für deine Reiseapotheke

Einige Grundregeln

Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, kein Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen und Eiswürfel vermeiden. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halte unbedingt Fliegen von deinem Essen fern. Wasche dir so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang, vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen; Einmalhandtücher verwenden. 

 

Reisevorbereitungen

Es ist sinnvoll, eine kleine Reiseapotheke mitzunehmen. Je nach Land, sollte diese die folgenden Dinge enthalten:

  • Jod, Pflaster, Desinfektionsmittel
  • Mittel gegen Fieber, Durchfall, Verstopfung, Insektenstiche, evtl. Reiseübelkeit
  • Sonnenschutz
  • Zeckenzange
  • Thermometer (bruchsicher) 
  • Elektrolytlösung 
  • Vitamintabletten 
  • Hygienetücher (damit du ohne Wasser und Seife Hände waschen kannst) 

Solltest du regelmäßig Medikamente einnehmen, ist es ratsam, einen Medikamenten-Pass mitzunehmen. Dies ist ein Ausdruck der Apotheke mit den lateinischen Namen deiner Medikamente und der jeweiligen Dosierung. Das ist immer dann hilfreich, wenn du medizinische Hilfe brauchst.

Weitere Reisetipps:

  • Bitte akklimatisiere dich nach der Ankunft im Reiseland. Dies gelingt am besten, wenn du den lokalen Lebensrhythmus übernimmst.

  • Die Sonneneinstrahlung ist in den (Sub-) Tropen teilweise sehr stark. Sei deshalb vorsichtig, wenn du dich sonnst und trage bei Ausflügen in der vollen Sonne eine Kopfbedeckung.

  • In der Hitze verliert man unbemerkt viel Flüssigkeit. Bitte denke daran, ausreichend zu trinken. Das Leitungswasser kann man leider nicht überall trinken. Auch Mineralwasser ist nicht überall zu kaufen, aber meistens in den etwas ‚besseren’ Geschäften zu finden.

  • Solltest du Durchfall haben, achte darauf, den zusätzlichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dafür eignet sich (schwacher) Tee, Mineralwasser oder Cola ohne Kohlensäure. Den Mineralverlust kannst du durch eine Elektrolytlösung oder Brühe kompensieren.

  • Bevor du deine Reise antrittst, ist es gut, sich auf Webseiten wie http://www.gesundes-reisen.eu zu informieren. Diese Seite enthält zuverlässige Informationen des Tropeninstituts Hamburg.