Südafrika Experteninterview

Zwei Wochen mit dem Mietwagen durch Südafrika

Im November 2016 ging es für unsere beiden Reisespezialistinnen Tina und Hannah für zwei Wochen nach Südafrika. Gestartet bzw. gelandet sind die beiden in Johannesburg. Von dort aus ging es auf Safari in den Krüger Nationalpark, weiter über die Garden Route in den Tsitsikamma Nationalpark und schließlich nach Kapstadt, wo ihrer Reise endete. Die vielen Eindrücke und Highlights verraten sie dir in diesem Interview. 

Wie habt ihr euch auf eure Reise nach Südafrika vorbereitet?

Tina: Ich habe eine Packliste geschrieben (Spleen von mir), einen internationalen Führerschein bestellt und mich im Vorfeld mit vielen Leuten unterhalten, die Südafrika kannten und so meine Vorfreude gesteigert.

Hannah: Packliste ist immer wichtig, da gebe ich Tina Recht. Ansonsten habe ich mich ein wenig eingelesen im Reiseführer, aber nicht all zu viel, da ich mich vor Ort immer gern überraschen lasse.

Was darf rückblickend auf keinen Fall im Gepäck fehlen?

Tina: Wer zu Hause einen Universal-Steckeradapter zum Reisen hat, sollte sich darauf einstellen, dass dieser nicht in die südafrikanischen Steckdosen passt, da diese eine Sonderform haben. Man kann am Flughafen einen passenden Adapter kaufen oder sich im Vorfeld einen bestellen. In einigen Unterkünften „fliegen“ auch Steckeradapter für europäische Stecker rum, aber es ist nicht selbstverständlich. Ich habe außerdem direkt am Flughafen eine südafrikanische SIM Karte mit Guthaben zum Telefonieren und für mobiles Internet gekauft – da wir auf Studienreise waren, musste doch mal viel telefoniert und einiges nachgeschlagen werden. Das war im Verlauf der Reise immer mal wieder praktisch. Wer es wichtig findet, die eigenen Erlebnisse mit den Lieben zu Hause oder in den sozialen Medien zu teilen, sollte darüber nachdenken eine SIM Karte zu kaufen. Es gibt gerade in den Selbstversorgercamps in den Nationalparks nicht immer W-LAN. Die Karte kostet je nach gewünschtem Telefon- und Internetguthaben ca. 30€.

 

Hannah: Neben dem Adapter, wirklich wichtig (!), hatten Tina und ich noch ständig hin und her überlegt wegen der Malaria Prophylaxe. Hier sollte natürlich jeder auf seinen Hausarzt hören, und so haben wir beide die Tabletten auch mitgenommen. Wir hatten zwar beide nach dem Aufenthalt im Krüger Park nur einen Mückenstich, es hat sich aber trotzdem besser angefühlt die Tabletten zu nehmen. Ich habe mich übrigens auch sehr über meine Fleece Jacke gefreut, es wird zwar Tagsüber ganz schön warm (im November) allerdings nicht, wenn man morgens um 5 Uhr auf Safari geht oder auch die Sundowner Safari mitmacht.

Was war euer erster Eindruck als ihr in Johannesburg angekommen seid?

Tina: Als wir ankamen, war es sonnig und ca. 25 Grad. Wir schmissen uns also in die kurzen Shorts und fuhren mit unserem Mietwagen los, hatten noch einiges an Strecke vor uns. Leider fing es kurz danach an zu regnen und es wurde kälter (kalt sollte es auch für 2 Tage bleiben, bevor die Sonne wieder rauskam), sodass wir bei Halts an Tankstellen etc. in unseren Sommerklamotten wahrscheinlich ziemlich bescheuert aussahen. So haben wir schnell gelernt, dass man sich wettertechnisch auf alles einstellen musste :) Die meiste Zeit der Reise hatten wir aber wunderbar sonniges Wetter (Ende November).

Hannah: Ich war direkt positiv überrascht von der Herzlichkeit der Menschen, wenn man nach einem 11 Stunden Flug am Flughafen ankommt um seinen Mietwagen abzuholen und dann mit einem lockeren Spruch und einem Lächeln empfangen wird fühlt man sich direkt willkommen. Zudem war ich erstaunt über die Straßenverhältnisse und eben die ganze Infrastruktur. Die Straßen sind super ausgebaut und auch ausgeschildert – da ist der Linksverkehr nur noch halb so schlimm.

Wie war es, mit dem Auto zu fahren? In Südafrika herrscht ja Linksverkehr

Tina: Ich bin vorher noch nie selbst links gefahren, aber man kommt wirklich schnell rein. Das größte Problem am Anfang ist irgendwie, nicht ständig die Scheibenwischer einzuschalten wenn man blinken will. Beim links Fahren selbst tut man gut daran, sich einfach am fließenden Verkehr zu orientieren, dann geht das ganz automatisch. Es gibt in Südafrika an vielen Kreuzungen, gerade in kleineren Orten, keine Ampeln. Hier gilt „first come, first serve“, man fährt also irgendwie automatisch aufmerksam und achtet auf die anderen Verkehrsteilnehmer. Generell sind die Nationalstraßen und auch die großen Straßen zwischen den Orten sehr weitläufig, sodass das Fahren an sich wenig stressig ist. Die gute Beschilderung auf den viel befahrenen Strecken hilft dabei, Orte und auch Unterkünfte zu finden.

Hannah: Wo wir beim Thema sind. Ich kann Tina nur zustimmen, am schwierigsten war es mit Links zu schalten und eben am Lenkrad die Hebel zu bewegen - unsere Windschutzscheibe war immer schön sauber. Wenn man sich dann aber mal dran gewöhnt hat, geht alles super schnell und auch einfach. Das Beste am Fahren war aber, auch hier wie man miteinander umgeht. Nachdem Autos an uns vorbeigefahren sind und die Warnblinkleuchte 2x kurz hintereinander angeschaltet haben, hatte Tina gesagt Sie habe gelesen, dass sich die Fahrer so bedanken. Wenn man überholt wurde sagt man dann „bitte“, indem man Lichthupe 1x aufblinken lässt. Als wir das verstanden hatten, hat es echt Spaß gemacht. 

Weiter ging es für euch zu einem Private Game Reserve am Krüger Nationalpark. Was habt ihr da alles erlebt?

Tina: Unsere Lodge lag ohne Zaun mitten im Reserve, sodass es gut hätte sein können, dass das eine oder andere Tier vorbeischaut. Ich hatte dadurch die ganze Zeit ein ziemlich ehrfürchtiges Gefühl, auch wenn die Tiere in der Regel solche kleinen Siedlungen mit Menschen meiden. Einmal stand ein Kuddu vor unserer Hütte und an einem Tag hat sich vor dem Hide (einer Aussichtsplattform mit einem kleinen Wasserloch davor) eine Horde Büffel versammelt. Wir haben versucht zu zählen, es waren über 70 Stück! Auf den Game Drives im Safari-Fahrzeug haben unser Tracker und unser Ranger unterschiedliche Tiere erspäht, so haben wir u.a. Leoparden, Elefanten, Zebras etc. gesehen. Generell war es unglaublich spannend, sich auch außerhalb der Game Drives mit den Rangern darüber zu unterhalten, was sie schon alles so erlebt haben.

Hannah: Ich fand es persönlich echt unglaublich, dass man sobald man durch das Gate am Park fährt direkt mitten drin ist. Als wir dann über die Schotterpiste zur Lodge gefahren sind, war mir gar nicht klar, dass wir hier auch Löwen oder Elefanten hätten treffen können auf dem Weg. Uns hat hier aber nur eine Herde Impalas kurz den Weg versperrt. Das es auch eine Giraffe hätte sein können, wurde mir dann bei der ersten Safari Tour bewusst, als wir denselben Weg gefahren sind wie wir vorher mit dem Auto. Außerdem fand ich es wirklich toll, wie hier mit den Tieren und auch der Natur umgegangen wird, man bekommt so einen Respekt vor den Tieren! Wenn ein Elefant sich dem Auto nähert, ist man wirklich froh, dass der Ranger dabei ist. Hier einen Elefanten in der freien Natur zu sehen und zu erleben, ist unvergleichlich mit einem Tier „was man schon so oft im Zoo gesehen hat.“ Wenn man dann nachts im Bett liegt und den Tieren zuhört die ja wirklich auch 10m neben einem stehen können, ist einfach atemberaubend.

Wo führte euch die Route dann hin?

Tina: Wir sind zurück nach Johannesburg und von da aus nach Port Elizabeth geflogen, um zunächst den Addo Nationalpark zu erkunden und danach auf die Garden Route zu starten. Im Addo Nationalpark haben wir dann sog. „Self-Drives“ gemacht. Im Krüger Park geht das natürlich im eigentlichen Park auch, aber in unserem Private Game Reserve dort waren wir immer mit Safari-Fahrzeug unterwegs. In Addo nun selbst mit dem Auto zu fahren, war auch ein ganz besonderes Erlebnis! Man ist viel aufmerksamer, gerade auch beim Rangieren mit dem Auto, da man ja keinem Elefanten im Weg stehen will, der die Straße überquert. 

Hannah: Der Norden und der Südwesten des Landes können kaum unterschiedlicher sein. Der Norden ist viel ursprünglicher, die Natur etwas rauer. Dafür hatte ich entlang der Garden Route das Gefühl mehr in der „Zivilisation“ zu sein, hier gab es viel mehr kleinere Städte mit einem schönen Stadtkern und auch die Natur ist hier jede 100 km wieder anders. Auf der ganzen Reise hatte ich das Gefühl durch verschiedene Länder zu reisen, es wird auch längst nicht überall dieselbe Sprache gesprochen. Ein Aufenthalt in beiden Regionen lohnt sich also wirklich, vor allem, wenn man dann auch noch Zeit hat bis zu den Drakensbergen oder Hluhulwe Nationalpark zu fahren, hier sollte man dann aber auch 3 Wochen einplanen.

Angekommen seid ihr schließlich in Kapstadt. Was hat euch an Kapstadt am besten gefallen?

Tina: Das Schönste an Kapstadt fand ich, dass man drum herum so unglaublich viel unternehmen und sehen kann: Zum Kap herunterfahren, auf den Tafelberg hoch oder auch den Lion’s Head besteigen. Es gibt viele Leute in Kapstadt, die morgens früh „mal eben“ den Lion’s Head hochklettern, um ein wenig Sport zu machen und die Sonne aufgehen zu sehen.

Hannah: Kapstadt ist einer der tollsten Hauptstädte in denen ich je war, hier bleibt kein Wunsch offen. Es gibt wunderschöne Strände, viele tolle Stadtviertel mit bunten Märkten, die Company Gardens und ganz viel Geschichte und dass alles eingerahmt von dem wunderschönen Tafelberg. So eine Kulisse hat wirklich keine Hauptstadt direkt am Strand. Mich persönlich hat die Mischung aus alle dem so fasziniert.

Wo sollte man auf der Garden Route auf jeden Fall Stopp machen?

Tina: Der Tsitsikamma Nationalpark bei Storms River Mouth hat mich persönlich besonders begeistert. Die raue Felsenküste und die tollen Wanderwege, abends mit einem Glas Wein am Meer zu sitzen und vielleicht ein Braai zu machen – ein definitives Muss!

Hannah: Hier kann ich Tina nur Recht geben, direkt am Strand in einem schönen Chalet nur 10m von der tosenden Brandung entfernt und die Suspension Bridge und kleine Buchten auf dem Weg dorthin um die Ecke. Hier sind tagsüber viele Touristen und es kommen auch wirklich Busse die Küste runtergefahren, wenn man aber direkt hier übernachtet ist man vor allen anderen da und kann den Ort genießen.

Südafrika zum selber basteln

Tina und Hannah haben euch neugierig gemacht und ihr möchtet auch Südafrika entdecken? Dann schaut hier vorbei und stellt eure eigene individuelle Reise zusammen.