Experteninterview Peru

Unsere Reisespezialistin Aracely war für einige Wochen zu Besuch in ihrer Heimat Peru. Was sie auf ihrer Reise alles erlebt hat und welche Tipps sie für eure Peru Reise hat, erzählt sie euch in diesem Interview.

Hallo Aracely, stell dich doch mal kurz vor!

Hallo, ich bin Aracely und ich lebe seit über 10 Jahren in Oberhausen. Davor wohnte ich in Spanien und davor in Cusco-Peru, wo ich nicht nur geboren bin sondern auch Tourismus und Hotel-Management studiert habe. Danach bin ich nach Deutschland gekommen und habe hier meinen Mann kennen gelernt. Wir sind auch schon seit über 10 Jahren verheiratet und haben eine kleine hübsche Tochter. Ich habe letztes Jahr mein zweites Studium im Bereich CTH-Management an der Niederrhein Hochschule in Mönchengladbach erfolgreich absolviert und im Anschluß bei Entdeck die Welt angefangen. Ich liebe Reisen, Tanzen, Wandern und neue Leute kennen zu lernen.

Du bist gerade aus Peru wiedergekommen. Wie lange warst du dort und was hast du Schönes erlebt?

Ja, nach 2 Monaten bin ich wieder in Deutschland. Ich war dort hauptsächlich um meine Familie zu besuchen, aber ich konnte auch ein bisschen reisen.

Also, ich war erstmal mit meinem Mann und meiner 6 jährigen Tochter in Tambopata (Puerto Maldonado). Tambopata ist ein Naturreservat mitten im Herzen des Amazonasgebietes. Dort haben wir Affen, wunderschöne Schmetterlinge in alles Größen und Farben gesehen. Bei unseren Nachttouren hatten wir das Glück ein paar weiße Kaimane und eine Familien von Ronsocos, die größten Nagetiere der Welt, zu sehen. Tagsüber unternahmen wir einige Wanderungen zum Condenado See, um den zweitgrößte Baum der Welt zu bewundern.

Es war auf jeden Fall eine der abenteuerlichsten und schönsten Reisen meines Lebens. Vor allem die Nächte waren sehr schön, die Geräusche der Tiere und die tausenden Sterne am Himmel haben mich sehr beeindruckt.

Ein weiteres Highlight war der Sonnenaufgang in Paucartambo. Dieses kleine Dorf liegt nur 3 Stunde entfernt von Cusco Stadt. Hier findet jedes Jahr zwischen dem 15. und 19. Juli ein großes Fest zu Ehren der Jungfrau Carmen statt, um sie gebührend zu feiern.

Früh am Morgen, gegen 3.30 Uhr, brachen wir auf, um am Aussichtspunkt Tres Cruces den Sonnenaufgang zu bewundern. Am nächsten Tag haben wir den typischen Folkloretänzern zugeschaut und das leckere Essen, besonders „Lechon“ (gebackenes Schwein), gegessen.

Ich habe meine Zeit in Cusco in vollen Zügen genossen, besonderes weil im Juni Cusco Monat ist. Während des ganzen Monates wird auf der Straße Musik gespielt und typische Tänze vorgeführt.

Erzähl uns doch ein bisschen über den Mythos der Anden.

Die Anden bilden die längste Gebirgskette der Welt mit vielen hohen Bergen, dem höchsten Berg Lateinamerikas dem „Aconcagua“ (6962 ü.d.M) und dem höchsten Berg Perus, dem „Huascaran“ in Huaraz (6654 ü.d.M.).

Die Berge hatten besonders in der präkolumbischen Welt eine spirituelle und mystische Bedeutung. Für manche Kulturen stellten sie die Verbindung zwischen der „Pachamama“(Muttererde) und dem „Wirakocha Inti“ (Sonnenvatter) dar. Für andere symbolisierten sie eine schwangere Frau und somit das Leben. Die Berge waren und sind noch bis heute heilige Orte, genannt „Apus“ (Berg), und Austragungsorte für Jahrhunderte alte Zeremonien.

Was bedeutet es für dich in Peru zu sein?

Peru ist mein Heimatland. Ich bin dort geboren und aufgewachsen. Wenn ich dort bin, speziell in Cusco, weckt es in mir besondere Gefühle. Und auch wenn Peru meine Heimat ist, gibt es immer wieder, auch für mich, neue aufregende Sachen zu entdecken wie z.B. Huaraz oder Paucartambo, die Erlebnisse meiner letzen Reise. 

Was bedeuten die Nazca-Linien für dich?

Für mich sind die Nazca-Linien immer noch ein faszinierendes Rätsel.

Maria Reiche, eine deutsche Wissenschaftlerin, welche ihr ganzes Leben die Linien von Nazca erforscht hat, behauptete, dass die alten Nazcas die Linien zu astronomischen Zwecken angelegt haben und als eine Art Kalender nutzen, um zu wissen wann die Jahreszeiten beginnen, wann die beste Zeit zum Ernten ist und wann die Regenzeit anfängt. Aber diese Theorie konnte jedoch nicht bewiesen werden, da dieser gigantische archäologische Fundort immer noch untersucht wird.

Fühlst du dich mit der historischen Inka-Kultur verbunden?

Weil ich in Cusco geboren wurde und weil dies die Hauptstadt des Inka-Imperiums war, fühle ich mich selbstverständlich mit der Inka Kultur sehr verbunden.

Was hat es denn mit den Hüten in Peru auf sich?

Die Hüte sind ein signifikantes Merkmal der verschiedenen Orte Perus.

Manchmal sind sie einfach nur praktisch wie z.B. die „Chullos“ in den Hochgebirgen. Aufgrund des Materials und der feinen Handarbeit kann man damit Wind und Wetter trotzen. Die Hüte zeigen die Herkunft und den Status des Trägers und werden für Gelegenheiten in Verbindung mit traditionellen Trachten getragen.

Welche sind deine 5 Lieblingsorte?

  1. Cusco, das Zentrum des alten Inkareiches ist für mich eine der schönsten Städte der Welt. Die Kombination der Kolonial- und Inkaarchitektur macht aus Cusco eine magische Stadt.
  2. Arequipa, wird die weiße Stadt genannt und gefällt mir sehr, weil sie nicht nur über Küste und Berge verfügt sondern auch über die drei großen Vulkane Misti, Chachani und Pichu Pichu.
  3. Trujillo ist eine koloniale Stadt im Norden Perus. Die erste Stadt, die von den Spaniern gegründet wurde. Aber auch das Reich der Moche und Chimu Kulturen, die sich vor der Inkazeit entwickelt haben lebten in diesem Gebiet.
  4. Huaraz liegt zwischen zwei Gebirgen, daem weiße und das schwarze. Aufgrund dessen ergibt sich eine fantastische Landschaft, auch als die “kleine Schweiz” Perus genannt.
  5. Puno, die folklorische Hauptstadt Perus, liegt am höchsten befahrbaren See der Welt, dem „Titicacasee“ (3.800 Meter ü.d.M.). Hier kann man noch die beiden alten Sprachen „Quechua und Aymara“ finden.

Hast du einen Geheimtipp für uns?

Früher gab es nur eine Route, die zum Machu Picchu führte. Heute gibt es mittlerweile 5 bis 6 Wege.

Die bekanntesten führen über die Salkantay und die Ausangate Berge sowie Lares (Thermal Quellen). Ich habe auch gehört, dass sich ein direkter Weg zwischen Choquekirao und Machu Picchu befindet.
Früher war der Machu Picchu die einzige verlorene Stadt der Inkas, aber heute, aufgrund der Architektur (Mauerwerk und Bauweise) und der Lage, gilt Choquekirao auch als ein weiterer Komplex dieser Epoche.  

Dos & Don'ts in Peru

  • Gastfreundschaft hat extrem hohen Stellenwert in der peruanische Gesellschaft.
    Ein Essen abzuweisen wäre sehr unhöflich, weil mit Essen und Getränken Verbundenheit ausgedrückt wird.
  • Die äußere Erscheinung im Umgang mit Behörden und Offiziellen ist sehr wichtig.
    In Kirchen, als Beispiel, sind kurze Hose bei Männern und allzu freizügige Kleidung bei Frauen ein Tabu.
  • Tanz und Musik gehören zum alltäglichen Leben der Peruaner.
    Es wäre schön, wenn du teilnimmst und dich mit ihnen daran erfreust.

Stelle uns doch ein 3-Gänge-Menü zusammen.

Gerne! Fangen wir mit der Vorspeise an:
Causa a la Limena - Gefülltes Kartoffelpüre mit Hühnchen und Gemüse

Gefolgt von der Hauptspeise:
Alpakafleisch mit hausgemachtem Quinoto

Als Nachtisch servieren wir:
Mazamorra Morada con Arroz con Leche - dunkler Pudding mit Milchreis
und Picarones con Miel - eine Art Krapfen mit Honig

Und um alles abzurunden, ein schönes Gläschen Intipalka Malbec - Merlot

Welcher ist der schönste peruanische Feiertag und wie wird er gefeiert?

Der 28. Juli ist ein nationaler Feiertag und erinnert an die Unabhängigkeit.

Dieser Tag wird in den meisten Städte Perus ausgelassen zelebriert. Meist geschieht dies mit einer Militärparade, gefolgt von einer Ansprache des Präsidenten zur Lage der Nation. Danach wird auf den Hautplätzen typisch peruanisch mit Speisen, Getränken, Tanz und Livemusik gefeiert.