Japan Experteninterview

Auf geht's nach Japan

Im November 2016 ging es für unsere beiden Reisespezialistinnen Dunja und Teresina für zwei Wochen nach Japan. Nach kleinen Startschwierigkeiten sind die beiden in Osaka gelandet. Von da führte ihre Reise nach Hiroshima, Okayama und Kyoto. Über Kanazawa ging es weiter nach Takayama und über Matsumoto schließlich in die pulsierende Hauptstadt Tokio. All diese Orte haben die beiden mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereist! Was sie alles erlebt haben, was sie überrascht hat und welche Geheimtipps sie entdeckt haben, verraten sie dir in diesem Interview.

Wie habt ihr euch auf die Reise nach Japan vorbereitet?

Teresina: Ich habe mich auf einem japanspezifischen Reiseblog in die Besonderheiten des Landes eingelesen – zusätzlich hatte ich einen kleinen „Reiseführer für die Handtasche“, der auch noch einmal Sachen erklärte die nicht in den üblichen Guides enthalten sind.

Dunja: Natürlich hat mir die tägliche Arbeit mit den Japan-Reisen als Vorbereitung schon geholfen, zusätzlich lese ich mich gerne in verschiedene Reiseführer und Reiseblogs ein. Ich plane ungern zu viel im Voraus, häufig kommt es vor Ort dann doch ganz anders. 

Was sollte man rückblickend auf jeden Fall mit ins Gepäck nehmen?

Teresina: Eigentlich hatten wir an alles gedacht, glaube ich. Ich würde vielleicht für die Zugfahrten auf jeden Fall einen E-Book Reader empfehlen, um sich die Zeit zu vertreiben.
Dunja: Den E-Book Reader hatte ich dabei, mein Problem war ja eher, dass mein Koffer auf dem Hinflug hängen geblieben ist und ich fast die gesamten zwei Wochen auf meine Kleidung verzichten musste. Auf zukünftigen Reisen werde ich eine richtige und umfangreiche Notfallpackung im Handgepäck mitführen, denn das Shoppen in anderen Ländern gefällt mir nur, wenn ich nicht dazu gezwungen bin ;-) 
 

Eure Anreise lief ja etwas anders als geplant, was genau ist passiert?

Teresina: Laut Plan sollten wir von Düsseldorf über Peking nach Fukuoka fliegen. Wir starteten schon mit 1 ½ Stunden Verspätung in Düsseldorf, da der Flieger auch aus Peking kam und dort wegen Nebel nicht früher wegkam. In Peking angekommen hatten wir dann noch 1 ½ Stunden Zeit zum Umsteigen. Theoretisch hätte dies auch gereicht, allerdings mussten wir scheinbar nicht durch die Transfer-Passkontrolle, sondern durch die normale und den Terminal wechseln. Sahen die Herrschaften an der normalen Kontrolle aber anders und schickten uns zurück. Aber nein, nicht mit dem Herrn an der Transferkontrolle, der uns höchstpersönlich wieder zur normalen Kontrolle brachte. Mittlerweile boardete unser Flieger nach Fukuoka schon und wir wurden nervös. Nach der Passkontrolle mussten wir dann 10 Minuten bis zu dem anderen Terminal fahren und dort dann noch durch eine Sicherheitskontrolle – wir hatten dann noch 15 Minuten bis Abflug. Leider lag das Gate komplett am Ende des Terminals und wir nahmen die Beine in die Hand und rannten. Außer Atem kamen wir dort 5 Minuten vor Abflug an und standen vor einem geschlossenen, leeren Gate – „Boarding closed“ (später las ich auf einem Schild, dass Boarding nur bis 15 Minuten vor Abflug möglich ist). Wir mussten nun also aus dem Abflugbereich raus und uns um einen Ersatzflug nach Fukuoka kümmern, dieser ging aber erst am nächsten Tag, weshalb wir uns entschlossen am Nachmittag nach Osaka zu fliegen. 
Das klappte problemlos, allerdings war Dunjas Koffer nach Fukuoka geflogen und sie war 1 ½ Wochen ohne ihre Sachen. Meinen konnte ich bei der Lost & Found Stelle einsammeln – allerdings auch nur, weil sie den Koffer wegen meiner Powerbank kontrolliert hatten (packt also keine Powerbank in den Koffer bei Air China!) und er somit noch in Peking war. Hätten wir unseren Flug bekommen, wäre ich die ohne Gepäck gewesen. 

Dunja: Dem habe ich nichts hinzuzufügen :)

 

Trotz der Umstände, wie war euer erster Eindruck von Japan?

Teresina: Der erste Eindruck waren quasi die unglaublich hilfsbereiten freundlichen Menschen! In Osaka angekommen kamen wir aufgrund der Zugfahrpläne nicht mehr nach Hiroshima und mussten uns somit dort ein Zimmer nehmen. Der Herr an der Touristeninformation hat uns gut geholfen.

Dunja: Ja, das war auch einer meiner ersten Eindrücke. Die Japaner in den Büros der Japan Rail Gesellschaft oder an den Touristen-Informationen sprachen alle perfekt Englisch und konnten uns nicht nur am Anreisetag, sondern auch während der gesamten Zeit vor Ort sehr gut weiterhelfen. Ich habe mich nicht eine Sekunde unwohl gefühlt, das Fahren mit den Zügen war sehr einfach und angenehm. Zudem fühlten wir uns schon in den ersten Tagen so, als wären wir irgendwo in Europa unterwegs nur ohne die Schrift lesen zu können. 

Von Osaka ging es für euch nach Hiroshima, was habt ihr dort alles erlebt und wie habt ihr euch an diesem geschichtsträchtigen Ort gefühlt?

Teresina: Meiner Meinung nach war Hiroshima der perfekte Einstieg für unsere Reise, von Tokio hätte ich mich direkt am Anfang sicher erschlagen gefühlt. Wenn man die Gedenkstätte und den Atomic Bomb Dome zum ersten Mal sieht kann man sich die Zerstörung und die Qualen der Menschen unmittelbar (sowie auch in den folgenden Monaten) nach dem Abwurf der Bombe gar nicht vorstellen, das Besucherzentrum legt es aber in einer sehr respektvollen und eindringlichen Weise dar. Man merkt wie stolz die Einwohner auf Ihre Stadt sind, darauf, dass sie trotz dieses schweren Schicksalsschlages die Stadt wiederaufgebaut haben, dass sie leben.
In Hiroshima haben wir unser erstes japanisches Essen probiert – Okonomyaki – eine Art Pfannekuchen gefüllt mit Nudeln, sehr lecker.

Dunja: Die Stadt hat mich überrascht. Sie war natürlich unsere erste richtige Station, wir haben zwei Nächte dort verbracht und später festgestellt, dass sie schon einen großen Kontrast zu den anderen Großstädten aufweist, natürlich dadurch, dass sie noch so ‚neu‘ ist. Mir persönlich hat die Stadt sehr gut gefallen, die Gedenkstätten sind schön angelegt, aber es dreht sich hier nicht mehr alles um die Geschichte. Die Stadt lebt weiter und das merkt man. Zudem kann man von hier aus einen tollen Tagesausflug zur Insel Miyajima machen und den Torii-Schrein bewundern. Für mich ist Hiroshima ein Muss auf jeder Japan-Reise. 

 

Wo führte euch eure Reise dann hin und was habt ihr alles erlebt?

Dunja: Also nach Hiroshima ging es nach Okayama und Kurashiki bevor wir nach Kyoto gefahren sind. Die Himeji-Burg durfte natürlich nicht fehlen, allerdings war sie von innen nicht halb so interessant wie schön von außen. In Kyoto hätten wir locker noch ein paar Tage länger verbringen können, hier haben wir in einem tollen Ryokan übernachtet und sind zum Beispiel nach Nara gefahren, eine der alten Hauptstädte. Überhaupt ist Japan ein Land, dass sich super dazu eignet, mehrere längere Aufenthalte an einem Ort zu planen und von dort aus Tagesausflüge in die Umgebung zu machen. Anschließend fuhren wir nach Kanazawa, eine Stadt die uns beide nicht überzeugt hat, aber die Japanischen Alpen mit Takayama und Matsumoto haben sich absolut gelohnt. Die Aussicht, die man schon auf der Fahrt in diese Orte hat ist sehr schön, wir hatten das Glück, dass das Herbstlaub schon anfing sich zu färben. Wir haben so viel gesehen und erlebt, dass ich es alles gar nicht mehr beschreiben kann, Kyoto ist ein Highlight, ganz ohne Zweifel. Der Bambuswald in Arashiyama war sehr cool und mein kulinarisches Highlight war zum Beispiel die Black Sesame Ice Cream, die ich auf einem Markt in Kyoto probiert habe. Da man unterwegs nichts isst in Japan musste ich das Eis im Laden selbst essen und Teresina hatte viel Zeit, um sich im ‚Sesam-Laden‘ umzuschauen. Die Märkte sowieso waren überall sehr sehenswert, ebenso wie der Bahnhof in Kyoto, der hat mich total umgehauen :)

Zum Schluss ging es für euch nach Tokio, wie findet man sich in so einer Riesenstadt am besten zurecht?

Teresina: Aufgrund der Größe ist die Stadt super organsiert – sowie der Rest des Landes eigentlich auch. Natürlich sollte man sich trotzdem – wenn man weiß was man sich angucken will – vorher einmal informieren, ob nun eine der beiden Metro Anbieter oder ein lokaler JR Zug Sinn macht. Nach dem ersten Tag hat man aber verstanden, wie man die Pläne lesen muss, und welches Verkehrsmittel Sinn macht. Ansonsten helfen einem die freundlichen Japaner aber auch gerne mit Händen und Füßen weiter, wenn man mal verloren in einem Bahnhof steht und nicht weiß, welchen Ausgang man denn nun zur ausgewählten Sehenswürdigkeit nehmen muss. 

Dunja: Überraschend einfach. Die Stadt ist groß, keine Frage, wenn man in Tokio einfährt mit dem Zug denkt man schon eine halbe Stunde vor Ankunft, dass man längst angekommen sein müsste. Tokio ist super aufgeteilt und die Yamanote-Line, die auch mit dem Japan Rail Pass genutzt werden kann, führt eigentlich durch den ersten Schwung der interessanten Stadtteile. Sonst ist die Metro auch sehr einfach und verständlich und im Zweifel informiert man sich wieder im nächsten Büro des JR oder bei einer Touristen-Information, hier bekommt man sogar einen Lageplan für den Bahnhof inklusive Zeichnung, wie man zum richtigen Bahnsteig kommt, besser geht’s nicht. 

Was sollte man in Tokio auf keinen Fall verpassen?

Teresina: Wenn man weiß, dass das Wetter gut wird sollte man einen Tagesausflug zum Mount Fuji einplanen, das lohnt sich auf jeden Fall. Akihabara hat mich auch ziemlich begeistert, überall blinkt es und man kann hier die schrillsten Mitbringsel erwerben. Ist allerdings Geschmackssache, für Dunja war es glaube war es glaube ich kein „Must-See“. Ein Blick von oben auf die Skyline der Stadt sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Dunja: Meiner Meinung nach die Anlage des Inari Schreins, einen Ausflug zum Mount Fuji und sich treiben lassen in der Metropole schlechthin. Was man auf keinen Fall machen sollte ist, sich vorher zu viel vorzunehmen, dann hetzt man von einem Stadtteil in den nächsten und verpasst viel mehr als man sieht. 

Zusammenfassend: Was sind eure absoluten Highlights?

Teresina: Puh, schwer, die Reise war abgesehen vom Hinflug ein einziges Highlight. Die Insel Miyajima war toll, vor allem, weil wir sehr früh am Morgen da waren und sich die Besucheranzahl noch in Grenzen hielt und wir alles in Ruhe entdecken konnten. Hier haben wir auch den ersten Tempel unserer Reise gesehen, für mich eigentlich immer noch der Schönste der Reise. Kyoto war für mich aufgrund der ganzen Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt herum ein Highlight und Tokio ist eine Stadt, die man nicht in Worte fassen kann.

Dunja: In chronologischer Reihenfolge:

  1. Die Insel Miyajima mit dem Torii-Schrein,
  2. Der Inari-Schrein von Kyoto aus
  3. Der Bahnhof in Kyoto
  4. Die traditionellen Häuser in Kurashiki und Takayama
  5. Tokio mit allem was dazu gehört,

ich kann mich einfach nicht entscheiden :)

Wie ist euer abschließendes Fazit über Japan und was hat euch am meisten überrascht?

Teresina: Japan ist für mich ein Land, dass es trotz des stetigen – vor allem technischen – Fortschritts geschafft hat seine Traditionen und Werte seit Jahrhunderten zu bewahren. Dieser Mix macht es für mich unglaublich spannend das Land zu bereisen, da man immer wieder Orte und Gegebenheiten entdeckt und Menschen kennenlernt, die einen begeistern. Überrascht hat mich am meisten die Sauberkeit der öffentlichen Toiletten – Japan ist generell ein Land, in dem man nirgendwo Unrat oder Müll auf den Straßen sieht – aber ich habe wirklich noch nie solch saubere öffentliche Toiletten gesehen. 
Auch die Vielfalt der japanischen Küche hat mich überrascht, auch wenn ich vorher schon wusste, dass sie nicht nur aus Sushi besteht.

Dunja: Es gibt wahnsinnig viel zu sehen, der Mix aus Neuem und Altem, Tempeln und Wolkenkratzern, Natur und Metropolen, und so weiter… Es ist schwierig Japan in Worte zu fassen und das macht es sehr faszinierend. Die Freundlichkeit der Menschen macht es unheimlich einfach das Land zu bereisen, denn alle sind sehr hilfsbereit und man fühlt sich wohl. Überrascht hat mich wohl am meisten, dass ich tatsächlich Gerichte gefunden habe, die ich super lecker fand ;-) 

Dunja und Teresina haben dich neugierig gemacht und du möchtest auch am liebsten gleich deinen Koffer packen? Dann schaut hier vorbei und passt eure individuelle Japan Reise an eure Wünsche an oder bastelt einfach die Reise von Dunja und Teresina nach. Unsere Reisespezialistin helfen dir dabei natürlich gerne. 

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