Reisebericht Iran

Ein Reisebericht von unserer Reisespezialistin Susanne

Land der Herzlichkeit und Süßigkeiten

Gerade zurückgekehrt aus dem Iran, versuche ich alle Eindrücke zu Papier zu bringen. Mal schauen, ob es gelingt, da diese Reise so vielseitig und eindrucksvoll war.

Beginnen möchte ich mit der Tatsache, dass ich mich unglaublich sicher gefühlt habe. Die Freundlichkeit und Offenheit der Iranier umhüllte uns von Anfang an. Das erste was mir bei Ankunft in Isfahan auffiel, war das viele Grün was wir mitten in einer der heißesten Gebiete der Welt antrafen und die unglaubliche Sauberkeit der Stadt. Nirgendwo war Abfall zu finden. 

Bunte Kopftücher und freundliche Verkäufer

Schon im Flugzeug hatten wir uns umgezogen und unsere Kopftücher beim Aussteigen aus dem Flieger getragen. Wir hatten uns gut informiert über die Kleidungsvorschriften und waren gespannt auf die tatsächliche Realität.

Schnell sahen wir Frauen mit taillierten, halblangen Jacken und Skinny Jeans. Die Kopftücher waren oft sehr farbenfroh und deckten auch nicht immer das ganze Haar ab. Ganz deutlich ein Zeichen dafür, dass die Frauen Ihren Weg zu mehr Freiheit suchen. Wir haben uns sagen lassen, dass vor allen in den größeren Städten mit vielen Studierenden die Kleidung der Frauen immer westlichere Formen annimmt. Oft waren wir sogar strenger gekleidet als die Einheimischen.

Schon schnell stellten wir fest, dass die mitgebrachten schweren Tücher viel zu warm waren – neue, leichtere Tücher waren schnell auf einem der vielen wunderschönen Basare gekauft!

Reisen geht durch den Magen!

Ich bin übrigens noch nie in ein Land gereist, indem ich so wenigen Touristen begegnet bin und indem der Einkauf auf einem Basar so authentisch war. Keine aufdringlichen Verkäufer, sondern sehr nette Menschen die sich aufrichtig freuten, wenn man deren Laden betrat und auch dann noch freundlich lachten, wenn man ohne etwas zu kaufen den Laden wieder verließ. Shopping auf dem Basar wurde dann auch eine unserer Lieblings-Tätigkeiten im Iran.

Es war einfach so spannend, dieses Land zu entdecken und alle landestypischen Produkte zu kosten. Die wirklich leckersten Pistazien kommen aus dem Iran. Der Nougat aus Isfahan ist weit über die Stadtgrenzen berühmt und wir konnten es natürlich auch nicht lassen, genug davon einzupacken. 

Beruhigendes und kulinarisches Isfahan

Isfahan selbst ist eine herrliche Stadt in der man wunderbar einige Tage bleiben kann. Die Iraner  nennen es selbst auch die „Stadt zum Leben“. Im Gegensatz dazu ist Teheran die „Stadt zum Arbeiten“.

Die Stadt strahlt so viel Ruhe aus. Der Platz des Imams ("Meidān-e Emām"), umgeben von 2 wunderschönen Moscheen und dem Ali-Qapu-Palast, wurde jeden Abend zu einem großen Picknickplatz, wo man sich erholte und gemeinsam die Zeit genoss. Die Atmosphäre ist magisch und man kann schnell erahnen wie dies in den früheren Jahrhunderten ausgesehen haben muss.

Unsere erste Begegnung mit der iranischen Küche war gleich ein super Tipp. Wir haben mit vielen Einheimischen im Restaurant Shahrzad gegessen. Es gab herrlichen Kebab und Linsengerichte in Granatapfelsoße mit viel Brot und reis als Beilagen. Das Preis-Leistungsverhältnis war hier eines der besten auf unserer Reise – keine 6 Euro pro Person für ein komplettes Gericht mit Getränken.

Das Rooftop Restaurant im Hotel Setareh kann ich empfehlen (das Hotel auch). Die Aussicht ist super und das Essen schmeckt unglaublich. Wer sich in orientalischen Sphären begeben will, muss unbedingt die leckere Suppe im besten Hotel der Stadt (Abbasi Hotel) probieren. Für keine 5 Euro hat man in einem großen romantischen Garten die leckerste Suppe Isfahans auf dem Tisch, in einem unglaublich schönen Innenhof, in dem man stundenlang einfach nur sitzen und genießen kann. Man muss kein Gast im Hotel sein, um Zugang zur Gartenanlage zu bekommen.


Fit bleiben in Yazd - auf iranische Art mit Zurkhaneh

Von Isfahan ging es weiter Richtung Yazd, wo uns wieder eindrucksvolle Moscheen und Basare erwarteten – zusammen mit einer Überraschung der besonderen Art. Unser Reiseleiter nahm uns mit zum „Sport schauen“. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartete.

In einer runden Arena führten etwas 20 Männer zwischen 5 und 80 Jahren zur Begleitung von Musik und Gesang „Kampf“-Übungen aus – niemand von uns hatte so etwas schon einmal gesehen! Inspiriert durch alte Kampfsportarten trainierten diese Männer im friedlichen Miteinander ihre Fitness sowie die Konzentration. Man nennt diesen Sport „Zurkhaneh“. Einfach unglaublich, was wir da sahen. Wir waren alle so beeindruckt, dass wir selbst applaudierten, obwohl man dies als Frau eigentlich nicht tut.

Auch in Yazd haben wir wieder leckere Köstlichkeiten probiert. Eine Empfehlung ist eine Süßigkeit die in der Stadt hergestellt wird und aussieht wie ein kleines Ei mit weißem Puderzucker-Rand. Einfach köstlich und die besten sind am Amir Changhmagh Square im Laden an der Ecke zu bekommen. 

In Shiraz gibt es funkelnde Sterne nicht nur am Himmel

Die nächste Station unserer Reise war Shiraz. Eine lebendige Stadt mit dem dritt-heiligsten Schrein der Schiiten im Iran. Schah Tscheragh von innen ist einfach nur beeindruckend und das lebendige Miteinander auf dem großen Platz draußen ist unheimlich fesselnd. 

Hier haben wir zum ersten Mal einen Tschador tragen müssen. Für Touristen besteht er aus einem synthetischen Stück Stoff, welches alle weiblichen Formen bedecken muss. Bei 40 Grad wurde dies zur größten Herausforderung denn wir wollten gern noch länger die Magie dieses Ortes erleben - nur war die Hitze einfach zu anstrengend.

Ein wirklich toller süßer Snack gegen die Hitze und dafür auch noch weit über die Stadtgrenzen berühmt ist eine Art Zitroneneis, das aussieht wie kleine Krokant-Nudeln in Zitronensauce. Einfach unglaublich lecker und erfrischend. Auch nicht zu verschmähen sind die frischen Fruchtsäfte die am Straßenrand angeboten werden. 

Persepolis: Früher war alles besser?

Von Shiraz aus ging es auch noch nach Persepolis. Der Besuch dieser wichtigsten Ausgrabungsstätte durfte einfach nicht auf unserer Reise fehlen. Obwohl ich schon viele ähnliche Stätten gesehen habe, war diese doch etwas ganz Besonderes.

Man fühlt die Geschichte des Ortes schon beim Betreten. Die Tatsache, dass diese Paläste nicht durch Sklavenarbeit sondern in bezahlten Arbeitsverhältnissen, zu einer Zeit als Mann und Frau hier noch gleichberechtigt waren, zustande gekommen sind, war beeindruckend. Man erkennt die Liebe der Iraner, die sich immer mehr auf die Geschichte des Landes besinnen und diese gern mit der ganzen Welt teilen möchten.

Ein letzter Satz sei dem Geld im Iran gewidmet. Es hat eine Weile gedauert bis wir den Unterschied zwischen Rial und Tuman begriffen hatten und immer die richtigen Scheine im Portemonnaie gefunden haben J Und es ist tatsächlich so, dass man genügend Bargeld bei sich haben sollte, da man wirklich kein Geld abheben kann.

Der Besuch Irans wird noch eine Weile nachklingen und die Herzlichkeit der Menschen wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.  

Susanne