Costa Rica Länderinformationen

Was tun in der Regenzeit und was sind eigentlich Ticos?

Wusstest du schon, dass Costa Rica kein Militär hat?

Costa Ricas Geschichte unterscheidet sich wesentlich von der anderer lateinamerikanischer Länder. Besiedelt war das Land schon vor 10.000 Jahren, man geht von einer Population von ca. 400.000 Menschen aus, die sich aus verschiedenen Indianerstämmen zusammensetzten, die aber keine Hochkultur wie in den umliegenden Ländern entwickelte. Die Kultur und Sprache verschwanden aber ab 1560, als Costa Rica von den Spaniern kolonialisiert wurde und sich die Zahl der Indigenen durch Morde, Überfälle und eingeschleppte Krankheiten auf 8000 reduzierte. Das Wissen über die präkolumbischen Herrschaftsepochen ist also leider nur spärlich vorhanden. Es gibt dadurch auch keine gut erhaltenen Städte aus dieser Zeit zu bewundern, meist sind sie nur noch in Spuren erkennbar. Aber vielleicht ist ja irgendwo im unzugänglichen Regenwald oder Gebirge noch eine unentdeckte „Großstadt“ verborgen. 

Costa Rica erhielt seinen Namen von Kolumbus, der Gold von gastfreundlichen Häuptlingen geschenkt bekam, als er 1502 an der Küste landete. Er bezeichnete es also als „costar rica“, d.h. reiche Küste. Allerdings ist dies etwas irreführend, denn im Gegensatz zu anderen mittelamerikanischen Ländern verfügt Costa Rica kaum über Rohstoffe, ist edelmetallarm und galt bei den Spaniern daher als „unterentwickelte Kolonie“, was für die Bevölkerung den „Vorteil“ hatte von Zwangsarbeit verschont zu bleiben. 

Erst im Jahre 1821 endete die Kolonialzeit in Costa Rica, als Mexiko sich und seine Nachbarländer von Spanien unabhängig  erklärte. In Costa Rica efuhr man davon allerdings erst einen Monat später. Im Zuge dieser Unabhängigkeit brachen in den umliegenden Ländern Bürgerkriege los, nur in Costa Rica blieb es ruhig, der Alltag kehrte zurück. 

Etwa um diese Zeit wurde dann auch festgestellt, dass Kaffee ganz wunderbar im Klima des Valle Central gedeiht, was Costa Rica im Handumdrehen zum reichsten Land der gesamten Region machte. Ein weiterer Exportschlager wurde die Banane, deren Ausfuhrzahlen im 20. Jahrhundert die des Kaffees sogar überstiegen.
 
Durch diesen neuen, schlecht verteilten Reichtum herrschten einige Ungleichheiten im Land, was um 1948 herum zu einem kurzen sechswöchigen Bürgerkrieg führte. Der aus diesem Krieg als Sieger hervorgehende José Figueres erließ 1949 eine neue Verfassung mit gleichen Bürgerrechten für alle, womit Costa Rica zu einem modernen Wohlfahrtsstaat mit sozialer Demokratie wurde. In diesem Jahr wurde auch die Armee Costa Ricas abgeschafft, das frei werdende Geld wurde in Bildungs- und Gesundheitspolitik investiert. 8000 Sicherheitsbeamte überwachten ab da die Grenzen. 1983 erklärte sich Costa Rica zu einem dauerhaft unbewaffneten Land.

Von Gallo Pinto bis Cocktails

Die traditionelle costaricanische Küche ist nicht sehr vielfältig, in ihr spielen schon seit Jahrhunderten Reis-, Mais- und Bohnengerichte die Hauptrolle. Erst durch mexikanische und karibische Einwanderer kam etwas Vielfalt hinzu. 

Gerichte:


Gallo Pinto
ist das Nationalgericht des Landes und besteht aus gebratenem Reis und schwarzen Bohnen und wird in der Regel zum Frühstück serviert. Dazu werden oft  Spiegel- oder Rühreier, Maistortillas und Sauerrahm gereicht.

Das klassische Mittagsgericht Costa Ricas nennt sich Casado, welches ebenfalls Reis und Bohnen enthält. Dazu kommen aber auch noch Zwiebeln, Kochbananen und Gemüse. Als Beilage wird Fleisch oder Fisch serviert. Casado bedeutet auf Spanisch "verheiratet", es hat seinen Namen von der Idee, dass wenn ein Tico eine Tica heiratet er angeblich täglich nur noch Reis mit Bohnen vorgesetzt bekommt.
 
Olla de carne, ein deftiger Fleischeintopf, sowie Tamales, gefüllte Maistaschen, die in Bananenblätter gewickelt und gedünstet werden, sind eine weitere Spezialität. Soll es schnell gehen isst man Empañadas, mit Käse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen.

Probieren sollte man auf jeden Fall frisches Obst, wie Lychees, Kakaoschotten, Bananen, und Plantanos.


Getränke:


Kaffee ist das beliebteste Getränk des Landes und wird traditionell sehr stark gekocht und dann mit erwärmter Milch als café con leche serviert. Ähnlich wie die englische Teatime gibt es hier eine „Coffeetime“ zwischen 15 und 17 Uhr. 

Batidas sind frische Shakes aus Frucht und Eis/Milch, die wunderbar erfrischen und durch Fruchtkombinationen ein interessantes Geschmackserlebnis bieten können.
 
Frischer Zuckerrohrsaft oder Saft aus einer frischen Kokosnuss ist ebenfalls sehr erfrischend und sättigend. 

Im alkoholischen Bereich kann sich vor allem das hier gebraute Bier sehen lassen, was europäischen Marken in Geschmack und Qualität in nichts nachsteht. Auch Cocktails sind hier sehr beliebt und erschwinglich. Probieren sollte man den Nationalschnaps Guaro, der aus Zuckerrohr gebrannt wird. Von Wein sollte man die Finger lassen, der einheimische ist billig, schmeckt auch so und verursacht einen Brummschädel. Importierter ist meistens zu teuer.


Übrigens, unter Rezepte findest du jetzt und in Zukunft Inspiration, um dir die costa ricanische Küche nach Hause zu holen!

Wusstest du, dass Costa Rica eines der grünsten Länder ist?

Costa Rica ist 51.100 km² groß, die Hälfte davon ist von Wäldern bedeckt. Bedingt durch die Lage zwischen den zwei größten Ozeanen der Welt, bietet Costa Rica die weltweit größte Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten im Verhältnis zur Landesfläche. Es gibt um die 12.000 verschiedenen Pflanzenarten. Betritt man einen Wald, ist die Vielfältigkeit der Bäume und Blumen geradezu atemberaubend. Es kann auch sein, dass man von einem auf den anderen Tag von einem Nebelwald in einen Mangrovensumpf kommt oder vom Regen- zu einem Trockenwald. 

Ein Drittel des Landes besteht aus Naturreservaten, insgesamt sind es 186 offizelle, unzählige private Reservate kommen noch dazu. In diesen Nationalparks etc. bieten sich auch die besten Gelegenheiten zur Tierbeobachtung, am besten bucht man einen Reiseleiter, der die exotischen Vetreter der Tierwelt im bunten Dickicht schnell ausmachen kann. So hat man gute Chancen, eine der vier hier beheimateten Affenarten zu sehen oder vielleicht sogar ein Faultier, einen Tucan, einen Zwergameisenbär oder den berühmten Quetztal

Da Costa Ricas Natur so schön ist, bieten sich auch viele abenteuerliche Aktivitäten an, wie z.B. Rafting, Canopy-Walks duch die Baumwipfel oder eine schaurige Nachtwanderung duch den Nebelwald. Wenn man es etwas ruhiger mag, kann man aber auch einfach wandern gehen. In den eher weniger bekannten Korallenriffen des Landes kann man auch wunderbar schnorcheln und tauchen

Das Costa Rica immer noch so grün ist, hat es seinen Naturschutzbemühungen zu verdanken. 2012 zählte es in diesem Bereich zu den fünf führenden Nationen der Welt. 2013 wurden Kriterien für nachhaltige Entwicklungen in allen Bereichen gesetzlich bindend festgehalten. Durch diese Bemühungen ist Costa Rica, trotz geographisch ähnlicher Voraussetzungen wie sie auch in manch Nachbarstaaten gegeben sind, sozial und ökologisch weiter. Bis 1977 wurden z.B. jährlich etwa 50.000 Hektar Land gerodet, die als Weideland dienen sollten. Um diesen Landrodungen entgegenzuwirken wurde das Nationalparksystem eingeführt. 

Costa Rica hat auch einen nationalen Plan für nachhaltigen Ökotourismus. Die ganzen nachhaltigen Maßnahmen im Land werden u.a. durch eine grüne Debit-Karte gefördert, von der 10 % der Kartengebühren in einen Ökofonds fließen.

Die Regenzeit in Costa Rica

An sich kann man auch das ganze Jahr lang nach Costa Rica reisen (auch in der Regenzeit), wobei jede „Jahreszeit“ hier ihre Vor- und Nachteile hat.

Die eigentliche Regenzeit (an der Pazifikseite und im Landesinneren) dauert meist von April bis November. Auch in der Trockenzeit kann es ab und zu regnen, d.h. eine Regenjacke gehört eigentlich immer ins Reisegepäck.

Während der Regenzeit ist Nebensaison, d.h. für Kurzentschlossene ist hier die Chance größer, noch gut und preisgünstig unterzukommen. Die Saison wird darüber hinaus auch die „grüne Jahreszeit“ genannt, denn der Regen nährt die atemberaubende Pflanzenwelt des Landes. Bei durchschnittlich 20°C bis 30°C lässt es sich im tropischen Klima auch trotz Regen gut aushalten. 

Es regnet auch in der Regel nicht einfach komplett durch, aber mit einzelnen täglichen, sehr heftigen Schauern (zwischen 10 Minuten und 2 Stunden) musst du rechnen. Wenn es regnet, dann also richtig und vor allem unvorhergesehen. Du betrittst bei strahlendem Sonnenschein einen Supermarkt und wenn du 10 Minuten später herauskommst, ist „der Weltuntergang“ losgebrochen. Das, was wir unter Regen kennen, ist nichts im Vergleich zu den Schauern in Costa Rica. Aber „schlechtes“ Wetter liegt im Auge des Betrachters, für die Tier- und Pflanzenwelt bedeutet der Regen Leben. Wahrscheinlich wirst auch du die Abkühlung sehr willkommen heißen. 

Mehr Details zum Wetter in Costa Rica findest du übrigens bei uns unter Beste Reisezeit.

Ticos und Ticas

In Lateinamerika sind die Einwohner Costa Ricas als Ticos und Ticas bekannt. Diesen Spitznamen haben sie von der eigentümlichen Verwendung des spanischen Diminutiv. Üblicherweise werden bei diesem Endbuchstaben wie „o“ oder „a“ diese zu „ito“ oder „ita“, damit wird Freundlichkeit und Vertrautheit ausgedrückt.

Aus dem „amigo“ (Freund) wird so ein „amigito“ (kleiner Freund), was mehr Verbundenheit ausdrückt. Die Costa Ricaner hängen aber anstatt bspw. „ito“ ein „ico“ an. So wird dann aus „chiquito“ (klein) „chiquitico“ (kleinerchen). Aufgrund ihres freundlichen und warmherzigen Wesens übernahmen die Menschen in Costa Rica diese Angewohnheit sehr schnell. 

Natürlich haben die meisten Einwohner in der Schule mittlerweile die eigentlich korrekte Grammatik gelernt, nutzen aber immer noch oft „ico“ und „ica“ aufgrund des Charmes und der Einzigartigkeit dieser Angewohnheit.