Reisebericht Jordanien

Ein Reisebericht von unserer Reisespezialistin Susanne

Meine Reise durch 1001 Nacht

Im Oktober 2013 hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit einigen Kollegen das wunderschöne Jordanien zu bereisen. Schon beim Verlassen des sehr gut organisierten und übersichtlichen Flughafens in Amman hat man das Gefühl eine fremde Welt zu betreten – und gleichzeitig nach Hause zu kommen. Die Gerüche, die Geräusche, man spürt den mittleren Osten in der Luft, ein tolles Gefühl.

Petra zu Fuß

In ca. 3 Stunden wurden wir mit dem Minibus zum Weltkulturerbe Petra gefahren. Vom Eingang aus kann man das erste Stück in Richtung der roten Stadt zu Fuß oder mit dem Pferd erkunden; im Sinne der Nachhaltigkeit entschieden wir uns dieses Mal gegen das Pferd, aber hier sollte jeder selbst entscheiden, was er sich zutraut. Vor allem im Sommer kann der Fußmarsch echt anstrengend sein (weiß ich aus eigener Erfahrung) - nehmt in jedem Fall genügend Wasser mit!

Die phänomenalen Gebäude und die Aussicht über Petra entschädigen für alle denkbaren Strapazen des Hinweges. Das riesige Gelände kann man tagelang erkunden, aber auch ein Tag reicht aus um die wichtigsten Highlights zu sehen. So konnten auch wir ruhigen Gewissens gegen Abend zur Wadi Rum weiter reisen.

Ein Schauspiel für die Sinne in der Wüste

In einer Stunde ging es per Minibus weiter in die Wüste. Was uns in dieser Nacht erwarten sollte kann ich nicht anders beschreiben, als ein Schauspiel für die Sinne – ob Nase, Gaumen, Augen oder Ohren. Am „Basecamp“ ging es los; wir verstauten unser Gepäck und reisten mit einem Rucksack für die Nacht ausgerüstet mit dem Jeep weiter Richtung Wüste. Wenn ihr selbst eine Nacht in der Wadi Rum einplant, denkt eventuell direkt beim Packen an einen Tagesrucksack und je nachdem wann ihr fahrt, solltet ihr warme Sachen mitnehmen. In der Wüste kann es nachts ziemlich kalt werden; in unserer Reisegruppe war man vorbereitet, sogar die Männer waren mit Strumpfhosen ausgerüstet.

Im Beduinenlager – unserer Unterkunft für die Nacht – wurden wir freundlich in Empfang genommen. Vor dem Abendessen konnten wir von einem Hügel aus den herrlichen Sonnenuntergang genießen. Unterm Sternenhimmel wurde eine Art Barbecue im Sand veranstaltet, mit über offenem Feuer gegarten Fleisch, jeder Menge Gemüse und Salate. Eines der besten Abendessen, die ich je erleben durfte. Die folgende Nacht verbrachten wir in unseren 1- bzw. 2-Personen-Zelten mitten in der Wüste – ein Erlebnis, das besonders für die 5 Sterne-Urlauber unter uns wirklich einmalig war und durchweg positiv aufgenommen wurde. Keine Angst, es gibt saubere Toiletten und fließendes Wasser. In der absoluten Stille der Wüste im Zelt zu liegen, war fantastisch – ab und zu hört man ein Heulen im Hintergrund, ansonsten kein Geräusch.

Am nächsten Morgen ging es noch weiter in die Wüste – vor der Kulisse gigantischer Sandsteinformationen in den tollsten Farben wurden auch die ältesten unter uns wieder zu Kindern. Sanddünen hinunter rennen oder rollen, hier konnten wir uns austoben. Nach einem tollen (aber auch sehr starken) Berbertee mit Kräutern ging es zurück zum Basecamp.

Jordanien Susanne Rietbergen Zeltlager Wadi Rum
Wadi Rum Jordanien - Susanne Rietbergen
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Kultur, Strand und Pistazien in Akaba

Unsere nächste Station war Akaba am Roten Meer. Von unserem Aufenthalt kann ich hier einige Tipps und Insider für euch verraten:

  • Wenn ihr einen ruhigen Tag am Strand verbringen möchtet (z.B. mit Kindern), würde ich euch einen Beach Club empfehlen; hier erlebt ihr zwar nicht unbedingt die authentische Kultur des Landes, aber man kann sich hier in Badekleidung ungehemmt und frei bewegen ohne anzustoßen, was am normalen Strand durchaus anders sein kann. Trotzdem lohnt sich natürlich auch hierher ein Ausflug, um das echte Lebensgefühl Akabas mitzunehmen.
  • Bei einer Bootstour über das Rote Meer könnt ihr das ehrfurchterweckende Gefühl genießen, an der Ecke zu vier Ländern der orientalischen Welt gleichzeitig zu stehen: Jordanien, Israel, Ägypten und Saudi Arabien.
  • Auf dem Markt im Zentrum bekommt ihr tolle Gewürze und unglaublich günstige Pistazien – ich habe mich auch erstmal für zu Hause damit eingedeckt.
  • Der Night Club im Hilton Hotel ist eine tolle Adresse für Feierwütige mit jeder Menge internationalem Publikum.

Gastfreundliches Jordanien

Nach diesen ganzen überwältigen Eindrücken machten wir uns müde und zufrieden auf den Heimweg.

Für mich hat diese Tour wieder einmal bestätigt, was ich auf früheren Jordanien-Reisen bereits erleben durfte: überall begegnete man uns sehr freundlich und man fühlt sich sehr sicher. So kann man sogar mit bewaffneten Grenzposten nette Gespräche führen und wird vielleicht von der Besitzerin des Ladens um die Ecke zum Abendessen eingeladen.

Jordanien bietet außerdem tolle Gaumenfreuden für wenig Geld, angefangen von Gewürzen über Humus bis hin zu Nüssen und Pistazien.

Was einen besonders beim ersten Besuch dieses Landes mit Ehrfurcht erfüllt ist dass man an allen Ecken und Enden auf Orte trifft, die mit der Geschichte eines ganzen Kontinents verknüpft sind. Beispielsweise kamen mir beim ersten Besuch auf Mount Nebo (Madaba) die Tränen, als ich in eine Decke gewickelt den Sonnenuntergang über dem „gelobten Land“ genießen durfte.

Also, Jordanien ist in jedem Fall eine Reise wert. Erstbesuchern empfehle ich Madaba als Ausgangspunkt. Das Multikulti-Zentrum ist genau das richtige, um sich langsam an das Erlebnis Orient zu gewöhnen.